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Kurt Franz & Claudia Maria Pecher
Kennst du die Brüder Grimm?

Der Froschkönig", „Schneewittchen" oder „Rapunzel" sind Erwachsenen und Kindern auf der ganzen Welt bekannt. Wer aber weiß mehr über das Brüderpaar zu erzählen als dessen Märchen? Und wer weiß schon, dass die Grimms auch viele schaurige, schöne Sagen sammelten, eine umfangreiche deutsche Grammatik veröffentlichten oder an einem allumfassenden Deutschen Wörterbuch arbeiteten?


Dinnete – „granatamäßig guat!“

Dinnete – „granatamäßig guat!“

Herbert Kihm

Was dem Elsässer, Lothringer, Saarländer oder Pfälzer der Flammkuchen oder tarte flambée, ist dem Schwaben die „Dinnete.“

Der Flammkuchen, wie die Dinnete, waren eine Hilfe, um die Temperatur des Holzbackofens einzuschätzen.

Wurden sie zu schnell dunkel, musste mit dem Einschießen des Brotes gewartet werden, bis der Ofen etwas abgekühlt war. Falls die Flammkuchen eine längere Backzeit benötigten, musste noch einmal geheizt werden.

Der Name „Flammkuchen“ kommt daher, dass die Flammen im Ofen noch nicht vollständig erloschen waren, wenn er eingeschoben wurde; der Name „Dinnete“ kommt von „dünn.“

Als Dinnete (je nach Region auch Dennete, Deie, Dinnede, Dinne, Dünne, Dünnele, Dinnele, Dennetle) bezeichnet man eine Spezialität der schwäbisch-alemannischen Küche, die dem Elsässer Flammkuchen ähnelt, jedoch in der Regel kleiner, aber mit einer herzhaften Mehlmischung gebacken wird.

Dinneten werden mit unterschiedlichen Belägen angeboten, traditionell mit Zwiebeln und Speck, aber auch mit Äpfeln, Kartoffeln, Käse oder anderen Zutaten.

In Weilheim an der Teck gibt es ein ähnliches Backwerk, der Bätscher/Dätscher.

Er besteht aus einem Hefeteig, der vor dem Ausbacken mit einer Sauerrahmmischung bestrichen wird. Auf diese Sauerrahmmischung kann, je nach Belieben, Schnittlauch, Zwiebeln, Schinkenstücke, Kümmel, u. a. gestreut werden.

 

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Bildquellen: 

Vorschaubild: Dinnete mit Kartoffeln, Speck und Emmentaler Käse, Urheber: Morbo82 via Wikipedia commons CC-By-SA4.0.

Der "Bätcher" ist ein leckeres Hefeteiggebäck. Vom Flachdrücken ("Bätschen") bekam das Hefegebäck seinen Namen, Bild: fluewo.de, Urheber:PPuis/Flüwo Bauen WohneneG via Wikipedia commons CC-BY-SA3.0.

 

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